Biographie Deutsch

Der Dirigent Rémy Ballot, Chefdirigent des Klangkollektiv Wien und Conductor in Residence der Brucknertage St. Florian, gilt aufgrund seiner sensationell rezipierten Aufnahmen von ausgewählten Symphonien Anton Bruckners als Geheimtipp der jungen, aufstrebenden Dirigentengeneration. So etwa wurde seine unter dem Label Gramola erschienene erste CD mit einem Diapason d’Or Découverte prämiert und die letzten drei Bruckner-Veröffentlichungen unter seinem Dirigat erhielten allesamt den begehrten Pizzicato Supersonic-Preis. In den USA verlieh darüber hinaus das renommierte Stereophile Magazine seiner Aufnahme der Achten Symphonie das Prädikat Record of the Month.

Rémy Ballot ist in Paris geboren. Während seiner Ausbildung in den Fächern Violine, Musiktheorie und Musikpädagogik, die er am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris mit Auszeichnung abschließt, trifft er im Alter von 16 Jahren auf seinen Mentor Sergiù Celibidache, unter dessen über 2-jähriger Anleitung und Inspiration Ballot schließlich seinen ganz eigenen Stil entwickelt. Noch als Student gründet er in Paris sein eigenes Orchester aus begabten Jungmusikern und kann damit sein großes Talent erstmalig öffentlich unter Beweis stellen.

Um seine künstlerische Entwicklung weiter voranzutreiben, übersiedelt Ballot 2004 nach Wien. In der lokalen Musikerszene fasst er zunächst rasch als Geiger Fuß und ist bald regelmäßig Teil der ersten Violinen bei den Wiener Philharmonikern und im Staatsopernorchester, wo er unter der Leitung der herausragendsten Dirigenten spielt. Während dieser Zeit erhält er die Möglichkeit, erstmalig als Dirigier-Assistent in Massenets Manon, in einer konzertanten Aufführung von Hindemiths Mathis der Maler mit dem RSO Wien im Wiener Konzerthaus sowie an der Oper von Nantes in Wagners Tristan und Isolde in Erscheinung zu treten.

Kontinuierlich erweitert Ballot sein Repertoire, indem er mit verschiedenen österreichischen Orchestern zusammenarbeitet, wie mit dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Bühnenorchester der Wiener Staatsoper, der Philharmonie Salzburg, aber auch mit dem Orchestre National des Pays de la Loire. Ballot konzertiert ebenfalls mit Musikern aus den wichtigsten europäischen Orchester wie den Berliner oder Münchner Philharmonikern; als ein Ergebnis dieser fruchtbaren Kooperationen wird 2013 das Concertino für Klavier des Komponisten und Pianisten Oliver Graber unter seiner musikalischen Leitung in der Wiener Staatsoper aufgenommen.
Einen außergewöhnlichen Ruf erarbeitet sich Rémy Ballot vor allem als Orchestererzieher.
Bereits 2009/10 ist er künstlerischer Berater der Orchesterakademie Ossiach, die unter der Schirmherrschaft der Wiener Philharmoniker steht. Seine Qualitäten als motivierender Orchesterformer und Klanggestalter kann er ab 2013 als Conductor in Residence bei den Bruckner-Tagen in der Stiftsbasilika St. Florian unter Beweis stellen.

An diesem Hot Spot für alle Bruckner-Liebhaber spielt er zunächst mit dem Altomonte-Festivalorchester die Dritte und Neunte Symphonie ein. Im Sommer 2017 folgt eine vielumjubelte Aufführung der „phantastischen“ Fünften, deren Live-Aufnahme Anfang 2018 unter GRAMOLA erscheint. Das führende französische Musikmagazin Diapason schreibt in seiner Rezension unter anderem über diese Aufnahme: „Rémy Ballot vereint das sublime Handwerk von Jochum, die strenge Mineralität von Wand und Celibidaches immenses inneres Atmen. Und vor allem lässt er viele andere hinter sich, von Blomstedt über Haitink bis Abbado“.
Des Weiteren wird Ballot von Philippe Jordan, GMD der Opéra de Paris und Chefdirigent der Wiener Symphoniker, im November 2018 für eine Konzert-Produktion inkl. CD-Aufnahmen der Wiener Symphoniker als musikalischer Assistent engagiert, auf dem Programm stehen Berlioz Symphonie fantastique und Lélio ou Le retour à la vie. Die Zusammenarbeit verläuft dermaßen erfolgreich, dass Philippe Jordan Ballot eine weitere Produktion – diesmal an der Opéra de Paris – als Assistent anbietet.

Seit Frühling 2018 steht Rémy Ballot dem neugegründeten Kammerorchester KlangKollektiv Wien als Chefdirigent vor, welches sich aus Musikern der wichtigsten Wiener Orchester wie den Wiener Philharmonikern, Wiener Symphonikern, dem RSO Wien u.a. zusammensetzt. Das Antrittskonzert des KlangKollektiv Wien im Wiener Konzerthaus im Oktober 2018 präsentierte gleich dessen erste, beim Label GRAMOLA erschienene CD mit Franz Schuberts „Unvollendeter“ und seiner Ersten Symphonie. So schrieb etwa Susanne Zobl im KURIER über ihre Eindrücke des Antrittskonzerts:“ „Der zweite Teil stand im Zeichen von Franz Schubert. Die „deutschen Tänze“ in der Orchesterfassung von Anton von Webern waren ein Fest an Schönklang und Sinnlichkeit.“